← Zurück zu den Buchbesprechungen
Buchbesprechung

„What About the Bodies“ von Ken Jaworowski

Zur Produktseite
Cover von What About the Bodies von Ken Jaworowski

In Locksburg, Pennsylvania, ist vom früheren Wohlstand kaum etwas übrig. Mine und Stahlwerk sind geschlossen, viele Menschen weggezogen. Zurück bleiben Carla, Liz und Reed – drei sehr unterschiedliche Figuren, deren Leben aus den Fugen geraten ist.

Carla arbeitet als Kellnerin und träumt von einem eigenen Restaurant. Ihr Sohn Billy studiert am MIT, offenbart ihr jedoch, dass er vor einem Jahr eine Leiche im Garten vergraben hat. Liz möchte als Country-Sängerin den Durchbruch schaffen, doch nach einer missglückten Autoreparatur steht sie plötzlich ohne Auto und Gitarre da. Reed wiederum trauert um seine Mutter und kämpft mit seiner ganz eigenen Sicht auf die Welt. Ein Versprechen aus seiner Kindheit führt ihn zu einer ungewöhnlichen Mission.

Die drei Geschichten werden abwechselnd erzählt. Anfangs scheinen sie kaum miteinander verbunden, doch nach und nach berühren sich ihre Wege. Polizeichef Kriner bildet dabei eine lose Verbindung zwischen den Ereignissen, während ein ungelöstes Verschwinden zusätzliche Spannung erzeugt.

Jaworowski erzählt von Menschen, die verzweifelt versuchen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Dabei geht jedoch immer mehr schief. Aus den düsteren Situationen entwickelt sich eine schwarzhumorige Tragikomödie mit makabren Momenten, absurden Zufällen und viel Situationskomik. Trotz der ernsten Themen bleibt der Roman überraschend unterhaltsam.

Der Einstieg ist eher ruhig, doch die Handlung gewinnt schnell an Fahrt. Viele Kapitel enden mit kleinen Wendungen, sodass man unbedingt weiterlesen möchte. Gleichzeitig wachsen einem die drei Hauptfiguren ans Herz, weil ihre Entscheidungen nachvollziehbar bleiben, selbst wenn sie oft folgenschwer sind.

„What About the Bodies“ ist kein klassischer Kriminalroman, sondern ein eigenwilliger Country Noir über Pech, Hoffnung, Schuld und den Versuch, irgendwo neu anzufangen. Düster, berührend und sehr witzig – ein ungewöhnlicher Roman mit einem starken Finale.